Südkurier 22.10.2008

Konstanz

Neue Präventionsklinik

 

Kliniken Schmieder wollen Architektenwettbewerb für neue Einrichtung ausloben.

Schmieder-Klinik in Konstanz, vom See aus gesehen Bild: Oliver Hanser
Foto: Oliver Hanser

Konstanz – Der Wunsch von Dagmar Schmieder, Geschäftsführende Gesellschafterin, und
der weiteren Geschäftsleitung ist nicht neu. Bereits vor einigen Jahren kam die Idee für ein
Präventionsprojekt auf.

Platz für solch ein Haus gibt es. Denn das Klinikgelände an der Konstanzer Eichhornstraße
bietet noch genügend Platz, wie sich jüngst auch Regierungspräsident Julian Würtenberger
von Nahem angesehen hat. Nun läuft das Bebauungsplanverfahren

Die Schmiedergeschäftsleitung will in den kommenden Wochen einen Architektenwettbewerb
ausloben. Geladene Büros sollen Entwürfe vorlegen, wie das neue Präventionshaus an der
Konstanzer Eichhornstraße aussehen könnte. Vorgabe ist, Menschen eine Anlaufstation zu
geben, in der sie durch gezielte Maßnahmen weit vor einer drohenden Krankheit entgegen-
wirken. „Ein Schlaganfall hat zum Beispiel eine lange Vorgeschichte“, erläutert Roger Schmidt,
ärztlicher Leiter für neurologische Psychotherapie.

Im neuen Präventionshaus soll ein Kunde lernen, was er tun kann, dass es erst gar nicht zum
Schlaganfall kommt – etwa durch eine Ernährungsumstellung oder Änderung des Lebenswandels.
Dagmar Schmieder erläutert noch weitere Angebote in dem geplanten Haus: Gäste sollen durch
die Angestellten der Klinik auch auf schleichend voranschreitende Alterskrankheiten wie Demenz
oder Parkinson vorbereitet werden.

Diese Angebote sind bei den Kliniken Schmieder nicht neu. „Wir haben das bereits in unseren
Häusern vorgehalten“, sagt Dagmar Schmieder. Die Geschäftsführerin verschweigt aber nicht
den schlechten Rücklauf auf diese Angebote. Als Grund sieht sie deren Einbindung in das
Leistungsspektrum der Rehabilitationskliniken an. „Menschen, die nicht krank sind, wollen in
keinem Krankenhaus sein“, sagt Dagmar Schmieder. Eine eigenständige Präventionsklinik, ist
sie überzeugt, werde umso besser ange-nommen. Allerdings gibt es die Vorbeugung einer
Krankheit nicht auf Rezept. Die Kunden werden den Aufenthalt selbst bezahlen müssen.

Der Architektenwettbewerb soll in den nächsten zwei bis drei Monaten ausgeschrieben sein.
Etwa 40 Patienten sollen in der neuen Präventionsklinik Platz finden können. Dagmar Schmieder
rechnet mit Baukosten von 3 bis 4 Millionen Euro. Dieses Konzept wäre weithin gesehen einzigartig.